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Umsetzung in der Phase der durch die Corona Pandemie bedingten schulischen Bedingungen

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

auch während des Ruhens des Unterrichts in den Schulen soll die Eröffnung aller erforderlichen AO-SF Verfahren durch die zuständige Schulaufsicht erfolgen.

Aufgrund der hohen Zahl der noch durchzuführenden Gutachten muss eine Priorisierung in der Durchführung erfolgen. Demnach sind laut Empfehlung des MSB die Beauftragungen in folgender Reihenfolge zu bearbeiten:

  1. Anträge auf Einschulung in eine Förderschule vor Schulbeginn (Schulanfänger).
  2. AO-SF-Verfahren in der Schuleingangsphase mit Antrag auf einen zieldifferenten Bildungsgang.
  3. AO-SF-Verfahren in Klasse 3 der Grundschulen (diese müssen im aktuellen Schuljahr unbedingt beschieden werden, damit sie zu Beginn des kommenden Schuljahres in die Koordinierung des Übergangs in die weiterführenden Schulen berücksichtigt werden können).
  4. Anträge von Schulen, die durch die erste, zweite und dritte Priorität nicht abgedeckt sind, denn hier ist von einer intensiveren Beratung der Eltern auszugehen.
  5. Anträge von Eltern auf Feststellung eines zieldifferenten Bildungsgangs, denn hier können Abschluss- und Versetzungsfragen betroffen sein.
  6. Alle anderen Anträge, die im aktuellen Jahrgang 4 der Grundschulen oder in den weiterführenden Schulen beantragt werden, haben keine vorrangige Relevanz, da der Übergang in die weiterführenden Schulen bereits koordiniert wurde und die Ressourcensteuerung in der Sekundarstufe I mit Klasse 5 abgeschlossen ist.
Die Sichtung und Priorisierung bei bereits erteilten Beauftragungen sollte in schulinterner Abstimmung evtl. in Absprache mit den KoGL erfolgen.

Wir bitten zudem um Beachtung folgender >Rahmenbedingungen (Empfehlung Dezernat 48 bei der BR Arnsberg):

  • Eine face-to-face-Testung von Schüler/innen ist nicht möglich.
  • Auch eine Beobachtung der Schülerin / des Schülers in der Schule ist derzeit nicht möglich.
  • Gespräche im Gutachterteam und mit Erziehungsberechtigten sind unter Beachtung der jeweils durch die Bundesregierung angeordneten Abstands- und Hygienemaßnahmen am Arbeitsplatz und im öffentlichen Raum zu führen.
  • Das Gesundheitsamt kann derzeit nur sehr eingeschränkt Untersuchungen im Rahmen des AO-SF-Verfahren durchführen.

Um zum Wohl der Schülerinnen und Schüler Verzögerungen zu vermeiden und eine sonderpädagogische Förderung zum neuen Schuljahr gewähren zu können, empfiehlt sich für die Erstellung der Gutachten folgender Ablauf:

  1. Die beauftragten Gutachter/innen stimmen sich über Abläufe und Vorgehensweise ab, BEVOR eine Kontaktaufnahme zu den Eltern erfolgt. Diese übernimmt vorzugsweise die den Eltern bereits bekannte Lehrkraft.
  2. Beide Gutachter/innen erstellen aufgrund der vorliegenden Berichte ein sonderpädagogisches Gutachten, das mit einer Entscheidungsempfehlung für die Schulaufsicht endet. (Folgender Satz wird ggf. im Schlussteil des Gutachtens eingefügt: „Die Gutachtenerstellung erfolgte aufgrund der besonderen Umstände in Zeiten einer Pandemie auf Grundlage der vorliegenden Berichte ohne eine Überprüfung des Kindes durch das Gutachterteam im persönlichen Kontakt.“)
  3. Soweit dieses nach Ansicht der Gutachter/innen im Einzelfall nicht möglich sein sollte, ist die Schulaufsicht zu kontaktieren. Das Verfahren wird dann ruhend gestellt.
  4. Bei der Gutachtenerstellung ist das dialogische Verfahren umzusetzen und auch ein Elterngespräch (ggf. telefonisch) zu führen. Dieses ist zu dokumentieren.
  5. Sollten die Eltern nicht persönlich am Abschlussgespräch teilnehmen (z.B. weil die Abstandsregeln nicht einzuhalten sind), kann dies auch in einem Telefonat erfolgen. In diesem Fall erfolgt die Zusendung des Abschlussbogens/der Elternerklärung (Formular 3.2) postalisch, nachdem mit den Eltern telefoniert wurde. Das Ergebnis des Telefonats wird auf dem Bogen festgehalten. Falls die Eltern keine persönliche Unterschrift vor Ort leisten können, wird ihnen postalisch eine Kopie zur Unterschrift zugesandt. Die unterschriebene Kopie wird dem Gutachterteam übermittelt.
  6. Das Gutachten ist wie immer von beiden Gutachter/innen zu unterschreiben.
  7. Sollte ein amtsärztliches Gutachten ausstehen, wird dies im Gutachten vermerkt. (Es muss nicht auf das ärztliche Gutachten gewartet werden.)
  8. Die gutachterliche Empfehlung kann ggfs. auch auf eine "Probezeit" hinweisen: Die Schulaufsicht wird möglicherweise eine als notwendig erachtete Testung des Kindes zu einem späteren Zeitpunkt beauftragen bzw. den sonderpädagogischen Unterstützungsbedarf auf Probe bescheiden.

Vermutlich wird bei den Unterstützungsbedarfen GG, KME, HK und SE eher eine so ausreichende Berichtslage z.B. durch ärztliche Gutachten, Therapieberichte oder Berichte der Kindertagesstätten vorliegen, dass einer gutachterlichen Empfehlung durch eine entsprechende Entscheidung der Schulaufsicht entsprochen werden kann. Dementsprechend wird in diesen Fällen dem Elternwunsch auf Beschulung in der Förderschule entsprochen werden.
Bei den Lern- und Entwicklungsstörungen könnte die Berichtslage jedoch diese Eindeutigkeit vermissen lassen. Sofern die Schulaufsicht also keine eindeutige entsprechende Entscheidung (auch nicht probeweise) treffen kann, kann keine Aufnahme an den entsprechenden Förderschulen erfolgen, auch nicht bei vorliegendem Elternwunsch. Das Verfahren ruht und das Kind besucht die allgemeine Schule. Dies wird mit den Eltern gegebenenfalls kommuniziert.

Die Jährlichen Überprüfungen sowie Förderschwerpunkt- und Förderortwechsel bzw. Bildungsgangwechsel können ebenfalls nach Aktenlage und auf Grundlage des gegenwärtigen Lern- und Entwicklungsstandes erfolgen und müssen mit den Eltern über die oben beschriebenen Kommunikationswege abgestimmt werden.

Das Schulamt bittet grundsätzlich in dieser herausfordernden Situation die Schulleitungen um Beratung und Unterstützung der Kolleginnen und Kollegen und um enge Kooperation und erhöhten Austausch bei auftauchenden Fragestellungen bzw. Unsicherheiten mit der Schulaufsicht und der verwaltungsfachlichen Sachbearbeitung. Dies betrifft sowohl die Inhalte, als auch die Formalien. Das gewohnte Team (IFA`s, IKO`s, KoGL, Sachbearbeitung) steht Ihnen für Fragen jederzeit zur Verfügung.

Durch die aufgeführte Vorgehensweise sollte sichergestellt sein, einen großen Teil der AO-SF Verfahren trotz der besonderen Situation rechtzeitig bearbeiten und abschließen zu können.

Wir bedanken uns bereits jetzt für Verständnis, Kooperation und kreativen Umgang mit den Problemen, Widrigkeiten und Herausforderungen in dieser besonderen Zeit!

Viele liebe Grüße und alle guten Wünsche
Vera Besser / Dagmar Speckmann

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